Was bewirkt Attraktivität im sozialen Kontext?

Einem attraktiven Menschen gesteht man in einem höherem Maß positive Eigenschaften zu – sei es Intelligenz, positive Charakter-Eigenschaften oder Gesundheit. Der Mensch mischt ästhetische („schön“) mit ethischen Genres („gut“). Was als Attraktivitäts-Stereotyp bezeichnet wird, sorgt dafür, dass schöne Menschen in allen Bereichen unserer Gesellschaft besser behandelt werden.

Attraktive Menschen können vor Gericht mildere Strafen erwarten, treffen auf mehr Hilfsbereitschaft (besonders Frauen kommt das zugute) und haben ein zirka 10 Prozent höheres Einkommen. Ebenso gibt es einen Zusammenhang zwischen physischer Attraktivität und Wahlerfolg.

So ausführlich auch die Wirkung des Attraktivitäts-Stereotyps dokumentiert ist, seine Gründe sind weniger erforscht, warum der Mensch dem Schönen das Gute gleichstellt. Eine analoge Sozialisation, wie sie gern und oft von SozialwissenschaftlerInnen zur Beleuchtung angegeben wird, ist zweifelhaft, da sich das Attraktivitäts-Stereotyp schon ab sechsmonatiger Lebenszeit nachweisen lässt. ebenfalls ist der Fakt, dass sich die Melange aus Schönem und Gutem in allen Kulturkreisen, Sprachen sowie Mythen belegen lässt, spricht gegen eine kulturelle Vererbung des Attraktivitäts-Stereotyps im Verstehen von Sozialisation.

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