Kennen Sie die elementaren Grundsätze in der Kommunikation?

Wie wichtig das Beschäftigen mit der Kommunikation ist, ist schon darum offensichtlich, weil sie einen wesentlichen Teil unseres Lebens ausmacht. Die bereits zur geflügelten Redewendung avancierte Bekundung: „Man kann nicht nicht kommunizieren.“ bestätigt eindeutig, welch hohe Priorität Kommunikation in unserem Leben hat. Es ist ganz einfach so: Wir kommunizieren stets und ständig – verbal und nonverbal. Denn in zwischenmenschlichen Beziehungen lässt sich Kommunikation einfach nicht abstellen, auch wenn wir das ab und an gern tun würden. Sowohl in privaten als auch in beruflichen Lebensbereichen, die in einem sozialen Kontext stehen oder einen dementsprechenden herstellen, ist es stets von immens großer Bedeutung, dass und wie wir kommunizieren. Und infolgedessen spielt das Gestalten unserer Kommunikation einen nicht zu unterschätzenden Part in unserem Leben.

Grundsätze in der Kommunikation

Die bewusste Verständigung bringt generell Vorteile mit sich. Sie kann allerdings nur dann zum selbstverständlichen Element der eigenen kommunikativen Verhaltensweise werden, wenn man fundamentale Zusammenhänge der Kommunikation kennt und anwenden kann.

Diverse Definitionen und Maxime von Kommunikation werden im folgenden dargelegt. Sie bilden das theoretische Fundament für das praktische Umsetzen des rhetorischen Wissens.

Das Sender-Empfänger-Prinzip

Das Schema der zwischenmenschlichen Kommunikation ist in seinen grundsätzlichen Charakteristikum ziemlich einfach erklärt: Die Kommunikation ist der Transfer einer Information von einem Sender zum Empfänger. Dazu verschlüsselt der Sender diese Nachricht in deutliche Signale durch gesprochene Worte; der Empfänger nimmt die Nachricht auf, entschlüsselt diese und bekommt die authentische Information.

„Wörter, leer wie der Wind, bleiben besser ungesagt.“
– Homer –

Was sich erstmal simpel anhört, ist tatsächlich ein hochgradig komplexes Geschehen, das von den verschiedensten Störquellen beeinträchtigt werden kann. Von diesen Störquellen sind z.B. sabotierende Nebengeräusche bei einem Gespräch zwar eine sicher lästige, dennoch längst nicht die problematischste Variante. Ob nun die gesendete und empfangene Nachricht übereinstimmen, hängt größtenteils von weitaus diffizileren Störungen ab, für die die zwischenmenschliche Kommunikation sehr anfällig ist.

Die primäre Problematik bei der Verständigung zwischen Sender/in und Empfänger/in zeigt sich darin, dass die jeweiligen Informationen stets ganze Buchbände voll Botschaften enthalten.

Eine problematische Beziehungsebene verursacht die meisten Störungen in der Kommunikation

Empathie spielt bei Konflikten eine wichtige Rolle. Auf der Beziehungsebene können Menschen nicht immer sachlich einschätzen und werten. Häufig sind sie gezwungen, die Nachricht des Gegenübers zu deuten, denn oftmals sind nicht alle Bestandteile der Nachricht ganz klar ersichtlich. Das trifft besonders auf die Kommunikation zwischen Frau und Mann zu, da beide eine unterschiedliche Form der Kommunikation pflegen. Eine Nachricht kann mehrere Informationen enthalten und sogar unterschwellige Botschaften mitführen. Dazu kommt, dass es meistens ein andauernder, gleichzeitig stattfindender Austausch von Senden und Empfangen ist und so nicht nur eine Nachricht gesendet und vom Empfänger entschlüsselt werden muss. Da kann schnell die eine oder andere wertvolle Information unbemerkt bleiben. Ein Zuviel an Nachrichten hat dann den Effekt, dass sie auf taube Ohren trifft. Das stellen meistens Frauen bei Männern fest.

Kommunikation ist kein einstudierter Dialog, dessen Inhalt auf einander abgestimmt ist wie in einem Drehbuch

Zwischenmenschliche Kommunikation ist – auch wenn vom Schema einfach angelegt – enorm vielschichtig und von den unterschiedlichsten Störungen gefährdet. Wem die Fragilität der Gesprächsführung bewusst ist, kann früher eine bereits von vornherein für Störungen anfällige Kommunikation durch eine Form der Gesprächsführung ersetzen, die solider und so auch effizienter ist. Kommunizieren bedeuted nicht nur blanke Informationsübermittlung. Zu effektiver Kommunikation gehört auch Gedankenaustausch, d.h. Wissen teilen, Zuhören und eine andere Meinung nicht nur wahrnehmen, sondern aufnehmen.

Geben Sie einem Kritiker erst einmal Recht. Damit zeigen Sie ihm, dass Sie seine Meinung akzeptieren und nachvollziehen können. So fühlt sich der Gesprächspartner verstanden und wird gesprächsbereiter. 

Störungen in der Kommunikation vermeiden

Die tatsächliche Kunst der bewussten Gesprächsführung liegt darin, Störungen in der Kommunikation nach Möglichkeit größtenteils zu vermeiden. Die Stile von Störungen in der Kommunikation sind mannigfaltig, dennoch haben alle eines gemeinsam: sie sind prinzipiell destruktiv.

Scheitert angesichts von Störungen die Kommunikation, führt das zweifelsohne zu Kontroversen und Widerstand, welche eskalieren können, wenn die Richtigstellung hinausgezögert wird oder gar komplett ausfällt. Dann ist es nur sehr schwer möglich seinen Standpunkt überzeugend zu vermitteln.

„Zuerst erlerne die Bedeutung dessen, was du sagst; rede später.“
– Epictetus –

In den meisten Fällen hat ein unerwünschter Verlauf der Kommunikation seine Wurzel nicht in der Kollision unterschiedlicher Meinungen, sondern viel eher in der an sich bereits für Störungen anfälligen Kommunikation. Wenn eine Information anders bei dem/der Gesprächspartner/in ankommt, als es das eigentliche Bestreben war, wird dadurch eine harmonische Verständigung vereitelt. Problematisch wird diese Situation vor allem dadurch, dass den Kommunizierenden das Manko in der Übermittlung oftmals nicht wirklich bewusst ist, weshalb sie auch keine Möglichkeit haben bzw. nicht die Wichtigkeit sehen, gezielt auf die Kommunikation Einfluss zu nehmen.

Mögliche Störungen:

  1. unzureichendes Senden der Mitteilung durch falsche oder nicht eindeutige Formulierung sowie falsche Gesten
  2. Erschwernisse bei der Aussprache durch zu leise oder unexakte Sprechweise, Dialekt, starker Akzent oder ungebräuchliche Betonung.
  3. Ablenkung z. B. durch eine lautstarke Geräuschkulisse oder andere Ereignisse im Sichtbereich beim übermitteln
  4. unvollkommenes Empfangen der Mitteilung durch eingschränktes Hören oder verkehrte Interpretation der Benachrichtigung
  5. Sichtbehinderung der nonverbalen Kommunikation
  6. Widersprüche zwischen der nonverbalen und verbalen Information

Jeder dieser Widerstände vervielfacht sich abermals, wenn brisante Themen angesprochen werden, weil Stress und Hektik dazukommen, auch wenn nur einer der Gesprächspartner unter Druck gerät oder die Unterhaltung in einer emotional aufgeladenen Situation stattfindet. Eine undurchdachte, spontane Kommunikation wird dann schnell zum Lauf über glühende Kohlen, wobei den Kommunizierenden mitunter nicht einmal bewusst ist, wo die Kohlen liegen. Fehlinterpretation und Missverständnisse sind vorprogrammiert.

Das Vermeiden von Störungen in der Kommunikation ist der oberste Grundsatz einer bewussten Gesprächsführung.

Feedback

Was letztendlich bei den Kommunizierenden tatsächlich angekommen ist, kann keiner mit Sicherheit sagen. Die Gesprächspartner wissen weder genau, wie viel von der Nachricht vom Gegenüber auch verstanden wurde, noch wissen sie, ob die mitgelieferte Botschaft ebenfalls angekommen ist. Vor allem der Botschafts-Aspekt ist es, der auf den weiteren Verlauf des Gesprächs gelegentlich außerordentlich einwirken kann.

Ein Feedback kann eine wichtige Orientierung sein, um Beeinträchtigungen der Kommunikation zu vermeiden und Missverständnisse sowie unerwünschte Deutung aufzuklären. Auf der Sachebene wird dabei klargestellt, dass der Inhalt der Botschaft auch lückenlos vom Gegenüber erfasst wurde; bezüglich der Beziehungsebene kann sich vergewissert werden, dass versteckt keine Botschaften mitkamen, die der Gegenüber verkehrt verstanden hat oder registriert hat. So kann man beizeiten dazwischenfunken und die gewählten Worte korrigieren, noch offen gebliebene inhaltliche Punkte hinzufügen oder Widersprüche auflösen.

Das Feedback eines Gesprächspartners ist gleichzeitig ein Barometer für die Qualität der eigenen Kommunikation.

Zeigen Feedbacks oft, dass noch Klärungsbedarf besteht, kann das durchaus auf einen selbst und nicht auf den/die Gesprächspartner/in zurückzuführen sein.

Ein Feedback erfolgt nicht allein auf verbaler Ebene, viel häufiger sind es nebenher nonverbale Merkmale des Gegenübers, die dies offenbaren. Im Grundsatz kann jeder Kopfnicken, Stirnrunzeln, Lächeln etc. richtig deuten. Ebenso wichtig ist es allerdings auch, darauf zu achten, ob solche Mimik und Gestik möglicherweise nicht erfolgen. Erklären Sie z. B. etwas und bekommen dabei kein zustimmendes Kopfnicken, sollte Ihnen dies zu Denken geben. Denn es kann bedeuten, dass dem Gegenüber Ihre Ausführungen nicht interessieren oder er ihnen nicht folgen kann.

„Kommunikation führt zu Gemeinschaft, das heißt zu Verständnis, Vertrautheit und gegenseitiger Wertschätzung.“
– Rollo Reece May –

Ein verbales Feedback geht noch einen Schritt weiter. Dem/r Gesprächspartner/im wird die Chance gegeben, seinen Eindruck mitzuteilen. Ein positives Resultat kann dabei nur herauskommen, wenn die Kommunikation auf ein erfolgreiches Miteinander angelegt ist. Denn ein faires Feedback zu geben und auch ein aufrichtiges Feedback anzunehmen, erfordert stets Mut, prinzipiell aber Ehrlichkeit – und das braucht gegenseitiges Vertrauen.

Faires Feedback geben und annehmen braucht Regeln:

  1. Geben Sie nie Feedback auf ein Feedback!
  2. Nicht bewerten, nur die Kommunikation als solche beschreiben
  3. Beziehen Sie sich konkret nur auf die signifikante Situation oder den bestimmten Sachverhalt
  4. Nur zweckdienliche Auffassungen sind nützlich, das Feedback darf sich nur auf Verhaltensweisen berufen, die auch tatsächlich veränderbar sind
  5. Feedback gibt ausschließlich die Informationen, welche dann die Kommunikation in Gang setzt
  6. Feedback stellt keine Forderung
  7. Feedback bedarf des richtigen Zeitpunkts. Der/die Gesprächspartner/in muss bereit sein, sich das Feedback anzuhören und es anzunehmen
  8. Feedback diffamiert niemals den/die Gesprächspartner/in, bleiben Sie fair und respektvoll

Sich der Bestandteile einer gelungenen Kommunikation bewusst zu sein, ist eine wichtige Voraussetzung, um erfolgreich zu kommunizieren.

© Lisa H. Neumann

„Die beiden Wörter Information und Kommunikation werden oftmals synonym verwendet, aber sie bedeuten vollkommen verschiedene Dinge. Information ist austeilen; Kommunikation ist durchdringen.“
 – Sydney J. Harris –


Tipp zum Vertiefen:

Weitere Informationen zum Thema Konfliktbewältigung, wertschätzende Kommunikation, (non)verbale Kommunikation, bewusste Gesprächsführung, und Charisma bekommen Sie im Coaching mit Lisa H. Neumann. In diesen Coachings erhalten Sie wichtige Impulse für eine erfolgreiche Kommunikation und einzigartige Attraktivität im (Berufs)-Leben.

5 Gedanken zu „Kennen Sie die elementaren Grundsätze in der Kommunikation?“

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