Ihr Lieblingsgefühl bestimmt Ihre Partnerwahl

Wer seine eigene Identität gefunden hat und diese zum Beispiel auch in seiner Umgebung oder im Business schaffen kann, fühlt sich geborgen. Ist er dazu nicht imstande, entsteht anstelle des Gefühls der Geborgenheit das Gefühl der Ungeborgeneheit. Viele Menschen verbringen ihr ganzes Leben primär damit, immer nur auf Vorgegebenes und auf bestimmte äußere Situationen gefühlsmäßig zu reagieren. Wenn sich zum Beispiel jemand über eine Person ärgert, weil diese in der Diskussion am Vorabend alles an sich gerissen und sich rigoros durchsetzte, so ärgert er sich letztendlich über sich selbst, d. h. darüber, daß er sich nicht richtig einbringen und in Szene setzen konnte. Oder beneidet jemand eine Person ob ihres Reichtums, so ist dieser Neid Ersatz dafür, dass der Betreffende nicht selbst seine wirtschaftlichen Fähigkeiten ausgebildet hat und einsetzen kann.

Woche Gefühle wären nun nicht weiter schlimm, wenn sie nicht die unangenehme Eigenschaft, d.h. psychosomatische Krankheiten zu erzeugen. So ist beispielsweise Angst, wie jedes Gefühl, immer ein psychosomatisches Gesamtgeschehene. Angst kann also nie isoliert, d.h. ohne gleichzeitige körperliche Reaktion in Erscheinung treten – Pulsbeschleunigung, Blutdruckerhöhung, schnellere Atmung, Schweißausbruch, Muskulaturtonus, Hautdurchblutung.

So betrachtet ist kristallklar, daß permanenter Ärger u. a. Entzündungen verursachen, dass jedes Gefühl unter Druck und Zwang zu stehen, auf der körperlichen Ebene Verkrampfungen erzeugen kann und dass mit dem Gefühl von Unruhe und Spannung Unfälle und Nervenleiden einhergehen können. Man könnte sogar soweit gehen, die Krankheiten nach psychosomatischen Kriterien in solche einzuteilen, die durch Druck und Erwartungshaltungen, Hektik, Traurigkeit, Sehnsucht, Depression, Überforderung, Schein, Angst, Hass, Ärger oder Zwang entstehen.

Unglücklicherweise haben aber Gefühle nicht nur körperliche Auswirkungen, sondern sie beeinflussen auch den Mechanismus der Anziehung von Partnern, Mitmenschen und Umweltsituationen, der vom Unbewussten her gesteuert wird. Das Unbewusste macht also nicht nur krank oder gesund, sondern wirkt auch über den Projektion-Mechanismus  in der Außenwelt. Es zieht genau das im Äußeren an, was einem im inneren entspricht, womit man eine innere Affinität hat. aus einem bestimmten Gefühl heraus sucht man eine bestimmte Umweltsituation auf, und weil diese Umweltsituation vorherrscht, hat man wiederum die Gefühle, die die Situation erwirkt haben.

„Jeder Mensch bekommt den Partner,
den er anzieht, ob er nun will oder nicht.“

Ärger-Gefühle: schwächen den Prozess der Partner-Anziehung, meistens werden so PartnerInnen angezogen, bei denen wir uns dann auch ärgern können bzw. die Anlass gebenzum ärgern.

Gefühle der Beengung: engen den Prozess der Partner-Anziehung ein und wir ziehen PartnerInnen an, bei denen wir uns eingeengt fühlen können.

Gefühle der Minderwertigkeit: falsifizieren den Prozess der Partner-Anziehung, wir ziehen PartnerInnen an, bei denen wir uns minderwertig fühlen können oder bei denen wir immerzu entwertet werden.

Gefühle der Unsicherheit: der eigene Geschmack bezüglich der Partner-Anziehung wird falsifiziert. Wir ziehen PartnerInnen an, durch die unser Geschmack weiter verunsichert wird.

Gefühle der Eifersucht: pervertieren die Partner-Anziehung, wir ziehen PartnerInnen an bei denen auch ein Grund zur Eifersucht existieren kann.

Gefühle der Abhängigkeit: verkleinern immens den Prozess der Partner-Anziehung. Wir ziehen PartnerInnen an, von denen wir uns abhängig fühlen können.

Schuld-Gefühle: in die Partner-Anziehung werden Blockaden und Hemmungen ausgesendet und ziehen so PartnerInnen an, gegenüber denen wir Schuldgefühle haben können. Der/die Partner/in soll richten, verurteilen.

Angst-Gefühle: schwächen die Partner-Anziehung und wir ziehen PartnerInnen an vor denen wir Angst und Geheimnisse haben muss.

Gefühle der Frustration: blockieren die Partner-Anziehung und ziehen PartnerInnen an, bei denen wir uns frustriert fühlen können.

Stress-Gefühle: irritieren die Partner-Anziehung und wir ziehen PartnerInnen an, die uns nerven und stressen.

Depressive Gefühle: dezimieren die Kraft der Partner-Anziehung, wir ziehen automatisch Partnerinnen an, bei denen wir uns depressiv fühlen können.

Hass-Gefühle: vernichten den Prozess der Partner-Anziehung. Wir ziehen PartnerInnen an, die wir gehörig hassen können.

Gefühle der Sinnlosigkeit: lösen die Kraft der Partner-Anziehung auf,, wir ziehen PartnerInnen an, bei denen wir alles als sinnlos erfinden können.

Gefühle der Ohnmacht: drosseln die Partner-Anziehung und wir ziehen PartnerInnen an, bei denen wir uns machtlos fühlen können.

Diese Gefühle verdeutlichen, dass jeder Mensch jeweils den/die Partner/in anzieht, in welcher Situation er sich gerade befindet – ängstlich, verunsichert, frustriert etc. Alle menschen wählen unbewusst den/die Partner/in, durch den die Tendenz zur Eifersucht, Aufregung, Abhängigkeit oder Depression realisiert werden kann. Diese/r Partner/in wird dringend gebraucht, um die Gefühle der Angst, Minderwertigkeit, des Neides, der Zurücksetzung, Frustration, Anspannung, Ohnmacht ausleben zu können.

Selbst wenn der/die Partner/in objektiv gesehen gar keinen Anlass gibt, werden solche Gefühle immer wieder erzeugt. es ist also oft nicht die Situation als solche für ein Gefühl entscheidend, sondern die Gedanken und Bilder, die sich der einzelne darüber macht. Diese sind allerdings Gefühle aus der Vergangenheit, jene Gefühle, die damals als Kind gegenüber den Eltern gehegt wurden. Sie werden so lange immer wieder reproduziert, solange  man die ablaufenden Presse nicht zu durchschauen vermag und in der alten Gefühlsprägung verharrt. Diese Gefühlsprägung oder dieses Gefühlsraster, das sich aufgrund der Situation und Vorgaben der Familie, des Milieus, der Zeitepoche und der Kultur geformt hat.

Entsprechen dieser Reaktionsmuster sucht der betreffende wieder eine/n Partner/in, die ein ähnliches Verhaltensmuster wie Familienmitglieder etc. an den tag legen, um erneut auf dieselbe Weise zu reagieren. d. h. seine alten seelischen Reaktionen wieder Erleben zu können. Diese Verlaufsform findet sich jedoch nur dann, wenn der Betreffende in der Kinnrolle geblieben ist. Wird er zum Kompensator, übernimmt er die Elternrolle und rächt sich unbewusst an seinem momentanen Partner. Deren seelische Situation wiederum steht komplementär zu seiner psychischen Konstitution, weil er/sie diese Situation von Einheit an gewohnt ist und sich von der Kinnrolle noch nicht lösen kann.

An dieser Stelle wird deutlich, wie tiefgreifend die unbewussten Gefühle der Vergangenheit, die so gut wie jeder mit sich herumträgt, die Partnerwahl und den Verlauf der Partnerschaft beeinflussen.

Natürlich können auch plusgepolte Gefühle nicht nur die entsprechend gegenpolige, sondern auch andere minusgepolte Gefühle auslösen, wie dies etwa bei Gefühlen des Stolzes der Fall ist, die beim anderen Gefühle der Minderwertigkeit, der Ohnmacht, der Aussichtslosigkeit und der Unsicherheit auslösen können. Viele Menschen haben eines oder mehrere dieser irrealen Gefühle zu ihrem „Lieblingsgefühl“ erklärt.

Lieblingsgefühl nennen wir das Gefühl, das vom Betreffenden am meisten gehätschelt und gepflegt wird. Einige haben den Ärger als Lieblingsgefühl gewählt, andere den Streß. Dieses moderne Gefühl macht zwar krank, aber hebt den Eigenwert, da es in der Gesellschaft „in“ ist, gestreßt zu sein. Wieder andere ziehen eine Kombination von Gefühlen vor und leben ein Leben, das sich primär als Wechsel der Gefühle von Unterlegenheit und Überlegenheit abgespiel. Man kann aber auch eine Mischung aus Depression. Abhängigkeit und Angst leben oder die Mischung aus Prestige, Edelmut und Sehnsucht.

Fest steht. dass die meisten Menschen sich bedingt durch minus- oder pluspolige Gefühle in irrealen Bezügen aufhalten und dadurch echtes Glück oder wirkliche Lebensqualität nicht erwirken.

Mit Ärger, Hass, Depression, Neid, Nervosität, Angst, mit Aggression, Prestige, Stolz, Anstand, Rechthaberei und Überlegenheit als Lebensgefühl lebt man auf einem Nebenfeld des Seins. Man lebt nur ein Reaktionsmuster, ein Ersatzleben, ein Scheinleben.