Textiles Selbstvertrauen

Einmal mehr hat es sich gezeigt, dass mein Dresscode: Ich – der Kleiderschrank Check mehr ist, als nur den Kleiderschrank aufzuräumen. Diese Beratung unterschied sich von anderen darin, dass es weniger um einen Stylecheck ging, als vielmehr ein Coaching für Souveränität war.

Diese Klientin war gut gekleidet, ohne nennenswerte größere Textil-Fauxpas und dennoch voller Selbstzweifel, was ihren Modegeschmack betraf. Sie wollte von mir als Profi wissen, ob Ihr Modegeschmack so katastrophal war, wie ihre beste Freundin ihr ständig unter die Nase rieb und das auch von oben herab. Ich sagte ihr ganz deutlich, dass sie sich von dieser Freundin trennen soll. „Wer so eine Freundin hat, braucht keine Feindin mehr.“ Denn je mehr sie erzählte, um so mehr stellte sich klar heraus, dass diese „Freundin“ ihr eigenes mangelndes Selbstwertgefühl zusammen mit ihrer Unzufriedenheit an meiner Klientin ausließ. Sicher es gehören immer zwei dazu, eine die es tut und eine die es sich gefallen läßt. Doch wenn man selbst schüchtern ist und das eigene Selbstvertrauen immer kleiner wird, man sich auch eben nicht sicher ist, ob der eigene Geschmack denn tatsächlich stilvoll ist, kann das passieren. Sie war über meine Antwort geschockt, doch ich konnte ihr nur empfehlen sich von ihrer Freundin fern zu halten, sie war Gift für sie. Das musste aufhören, sofort. Diese hübsche, schüchterne Frau brauchte dringend eine große Portion Selbstwertgefühl, das sich jedoch nicht mit guten Worten meinerseits allein so schnell aufbauen lies. Also schlug ich ihr einen Spaziergang vor. Sie sollte sich jetzt so stylen, wie sie es sich wünschte und bislang nicht den Mut hatte so auf die Straße zu gehen. Gemacht, getan, nach einem kleinen Protest.

Etwas später auf der Straße sahen uns die anderen Passanten auch an – normal für mich. Für meine Klientin war es Folter. Jeder Augenkontakt erzeugte in ihr das Gefühl, dass dieser Mensch sie kritisieren würde. Doch ich sah ganz deutlich, dass sich das nur in ihren Gedanken abspielte. Um es ihr zu beweisen, sprach ich einige der Passantinnen direkt darauf an. Und nun die Antworten, die meine Klientin nicht glauben konnte. Es waren ihre Schuhe und ihre Handtasche, die die Frauen bewundert und einwenig neidisch angeschaut hatten, keine war mißgünstig, der Stil gefiel. Ein Mann war am meisten von ihren Haaren und ihren schönen roten Lippen angetan. Es läßt sich erahnen wie glücklich meine Klientin nun war. Sie strahlte, lachte und umarmte mich. Was sie für Kritik hielt, war nur in ihrem Kopf, geboren aus den Manipulationen ihrer besten Freundin!

Wieder zu Hause bei ihr stellten wir noch weitere Looks zusammen und es artete in eine kleine Modenschau aus, wir übten auch gleich noch selbstbewusste Körperhaltung, so wie auch auf der Straße schon. Sie hatte die Veränderung gespürt, wie die Menschen sie wahrnahmen und auch deren Lächeln, ein wohlwollendes Lächeln, das zurück bekam, ermutigte sie weiter.

So ein Erfolg an nur einem Tag, in so wenigen Stunden. Ich bin begeistert. Wir werden noch eine geraume Zeit an ihrer Souveränität arbeiten, doch ich bin sehr optimistisch über einen vollen Erfolg. Sie versprach ihre Freundin erst einmal auf Distanz zu halten und das halte ich in ihrem eigenen Interesse für wichtig. Denn bis sie ihr selbstbewusst gegenüber treten und ihr auch bei Bedarf die passende Antwort geben könne, dauert es noch ein bisschen. Doch den ersten Schritt hat sie heute bereits gemacht.


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